Lebendige Landschaften für Artenvielfalt, Klima und Zukunft

Wilde Weiden Günztal

Mit dem Projekt Wilde Weiden Günztal entwickelt die Stiftung Kulturlandschaft Günztal großflächige, naturnahe Weidelandschaften. Ziel ist es, durch eine extensiv ausgerichtete Weidewirtschaft artenreiche Lebensräume zu erhalten, neu zu schaffen und miteinander zu vernetzen. Das Projekt knüpft an historische Formen der Landnutzung an und verbindet diese mit modernen Ansätzen aus Naturschutz, Landschaftsökologie und Klimaschutz. 

Weidetiere, unter anderem Rinder, Pferde, Esel, Ziegen und Wasserbüffel, übernehmen dabei eine zentrale Rolle als Landschaftsgestalter: Durch ihr Fressverhalten, ihren Tritt und ihre Bewegungen entstehen dynamische Mosaiklandschaften mit offenen Bodenstellen, kurz und höherwüchsigen Vegetationsbereichen, Totholz, Feuchtstellen, Suhlen sowie lichten Gehölzstrukturen. Solche Strukturen bilden die Grundlage für eine hohe biologische Vielfalt und stabile ökologische Funktionen. 

Das Bild zeigt eine Herde Original Braunvieh auf einer strukturreichen Weide im Günztal.
Mutterkuhherde an der Günz (Foto: Manfred Gürtler)

Projektzeitraum: 2024 – 2034

Partner: Anton & Petra Ehrmann Stiftung & Ehrmann GmbH

Fakten

Ziele und Aufgaben

Naturschutzorientierte Weidewirtschaft 

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung großflächiger, extensiv genutzter Weiden mit robusten Weidetieren, an mehreren Standorten im Günztal. Durch eine ganzjährige oder lang andauernde Beweidung entstehen strukturreiche Lebensräume, die ohne große Pflegemaßnahmen auskommen und natürliche Prozesse zulassen. 

Die Wilden Weiden sind ein zentraler Baustein im Biotopverbund Günztal, der Lebensräume vom Alpenvorland bis ins Donautal miteinander vernetzt. Als Trittsteine und Korridore verbinden die Weideflächen bestehende Biotope entlang der Günz und ihrer Auen und ermöglichen Artenwanderungen sowie genetischen Austausch.

Wilde Weiden bieten Lebensraum für eine Vielzahl spezialisierter Arten – darunter Insekten, Amphibien, Reptilien, Vögel und seltene Pflanzen. Besonders wichtig sind dabei offene Bodenstellen, Weiderasen, Übergangsbereiche sowie der ganzjährig verfügbare Dung der Weidetiere als Schlüsselressource für zahlreiche Insektenarten. 

Neben der Artenvielfalt adressiert das Projekt auch zentrale ökologische Funktionen: Extensive Weiden fördern die Bodenentwicklung, verbessern den Wasserrückhalt in der Fläche und tragen zur Speicherung von Kohlenstoff im Boden bei. Diese Effekte werden im Rahmen eines wissenschaftlichen Monitorings systematisch erfasst.

Ergebnisse

Aktueller Stand und erwartete Ergebnisse

Das Projekt befindet sich derzeit im Aufbau und in der schrittweisen Umsetzung. Geeignete Flächen im Günztal wurden identifiziert, erste Standorte gesichert und die planerischen Grundlagen für Weidebetrieb, Biotopgestaltung und Monitoring erarbeitet. Parallel dazu werden Konzepte für Öffentlichkeitsarbeit, Umweltbildung und Besucherinformation entwickelt. 

Langfristig sollen die Wilden Weiden als Modellflächen wirken: Sie zeigen, wie Naturschutz, Landschaftspflege und Klimavorsorge durch Weidewirtschaft miteinander verbunden werden können – praxisnah, wissenschaftlich begleitet und übertragbar auf weitere Standorte im Günztal.

Infos

Tipps & Links

ANL: Online-Handbuch "Beweidung im Naturschutz"

Das ANL Online-Handbuch „Beweidung im Naturschutz“ wird zweibändig! Hier als erstes eine Praktische Arbeitshilfe zur Entwicklung, Planung und Umsetzung von Beweidungsprojekten.

Kapitelübersicht Online-Handbuch Beweidung im Naturschutz

ABU: Praxisleitfaden für Ganzjahresbeweidung in Naturschutz und Landschaftsentwicklung

https://www.abu-naturschutz.de/veroeffentlichungen/wilde-weiden

Die Vereinten Nationen haben 2026 zum Internationalen Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums (IYRP) erklärt, um die Bedeutung von Weidelandschaften und der Hirtengemeinschaften weltweit zu fördern.
2026 Home | International Year of Rangelands and Pastoralists Initiative

Das Bündnis ist Teil eines europäischen und eines weltweiten Bündnisses zum Internationalen Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums. Gemeinsam gestalten die Bündnispartner das Internationale Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums 2026 mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen. Das Büündnis setzt sich dafür ein, die Bedeutung der Weiden mehr in den Fokus zu rücken und die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Hirt*innen zu verbessern. 

Die Stiftung Kulturlandschaft Günztal ist Teil des Bündnis.

Bündnis für Weidelandschaften und Hirtentum

Der Verein Naturnahe Weidelandschaften setzt sich dafür ein, die großflächige und extensive Beweidung, z.B. in Form der „Wilden Weiden“, als zentrale Strategie für den Schutz von Natur und Landschaft wieder in Politik und Gesellschaft zu verankern.

Naturnahe Weidelandschaften e.V. – Extensive Beweidung als Schlüssel für Biodiversität

Kontakt

Ihr Ansprechpartner

Für alle übergeordneten Fragen zu den Wilden Weiden Günztal wenden Sie sich an 

Markus Moser 
Tel.: 08332 790537
Mobil: 0171 2244982
E-Mail: markus.moser@guenztal.de