Biotopverbund Günztal &
Stiftung Kulturlandschaft Günztal
Der Biotopverbund Günztal: ein Netzwerk aus großen Kerngebieten und kleineren naturnahen Flächen – sogenannten Trittsteinen – aufgereiht entlang der Verbundachse Günz. Ein Netzwerk, in dem wir alle hier in der Region heimischen Tier- und Pflanzenarten erhalten wollen.
Um diese Aufgabe bewältigen zu können, ist unsere Stiftung heute sehr breit und interdisziplinär aufgestellt. Der Kern der Stiftung besteht aus vielen sehr unterschiedlichen Akteuren. Diese haben teilweise planerische, teilweise ausführende, aber auch steuernde oder überwachende, ja sogar wirtschaftende Funktionen.
Doch was es auch benötigt, um die verschiedenen Aufgaben im Biotopverbund bearbeiten zu können, ist fortlaufendes Lernen in Theorie und Praxis und die Fokussierung auf Schwerpunktthemen. Daher arbeiteten wir stets in Projekten. In einzelnen, zeitlich abgesteckten Themenbereichen, die im Ergebnis alle ihren Teil dazu beitragen, den Biotopverbund Günztal auszubauen.
Seit Gründung der Stiftung im Jahr 2000 haben wir viel Expertise angesammelt, sind gewachsen und haben neue und vor allem eigene, an die Region angepasste, Strategien entwickelt und erprobt, um Naturschutzziele im Günztal erfolgreich umzusetzen.
Organisation
Organe der Stiftung
Eine tragfähige Struktur aus Vorstand, Stiftungsrat, hauptberuflichem Team und Förderverein ermöglicht den engagierten Menschen in unserer Stiftung, Verantwortung für unsere Ziele zu übernehmen und sie voranzubringen.
Stiftungssatzung
Ziele der Stiftung
Die Stiftung Kulturlandschaft Günztal hat sich der Förderung von Naturschutz, Landschaftspflege, Öffentlichkeitsarbiet und Umweltbildung im Wassereinzugsgebiet der Günz verpflichtet. Unser langfristiges Ziel ist es, hier die biologische Vielfalt zu erhalten. Dazu knüpfen wir ein Biotopverbundsystem von den Quellen bis zur Mündung gemäß der Zielaussage des Arten- und Biotopschutzprogramms Bayern (ABSP) für unsere Region.
Für die Umsetzung setzen wir auf drei Strategien:
Umsetzung
Wir führen Naturschutzmaßnahmen unter eigener Regie durch, mit denen wir Natur erhalten und neue Naturräume schaffen. Wir erwerben Grundstücke, gestalten Biotope und verwirklichen Artenschutzprojekte.
Beratung
Wir unterstützen andere Projektträger wie Gemeinden, Verbände oder Fachbehörden bei deren Aktivitäten für den Biotopverbund Günztal. Als Fachberater und Dienstleister wollen wir dazu beitragen, dass alle Projekte im Günztal einen dauerhaften und fundierten Naturschutz leisten.
Bildung
Wir schaffen Bewusstsein für die Relevanz des Günztals und seiner einzigartigen Arten- und Pflanzenwelt. In Veranstaltungen, Schulprojekten und Öffentlichkeitsarbeit teilen wir unsere Wertschätzung für die Natur vor unserer Haustür. Wir wollen eine Stimme für das Günztal sein.
Warum eine Stiftung
Natur braucht Raum
Natur braucht Raum, um sich zu entfalten. Deshalb setzen wir uns als Naturschutzstiftung dafür ein, der Natur wieder mehr Fläche zur Verfügung zu stellen. Insgesamt betreuen wir 116 Hektar Eigentums- und Pachtflächen – unser wertvollster Schatz. Auf diesen Flächen finden seltene Tier- und Pflanzenarten wieder ein Zuhause. Unser Ansatz, Naturschutz auf Stiftungseigentum zu betreiben, ist nachhaltig und erfolgreich. Er ist aber auch kostenintensiv. Doch jeder Euro ist gut investiert – denn alle Flächen, die in den Besitz der Stiftung übergegangen sind, sind für die Ewigkeit gesichert.
Kooperation
Nicht dagegen sondern mit
Um die Flächen, die zum Biotopverbund Günztal beitragen zu vergrößern, arbeiten wir mit Landwirten, Gemeinden, Firmen oder Privaten partnerschaftlich zusammen. Sei es durch extensive Bewirtschaftung, die Schaffung diverser Kleinbiotope wie Tümpel, Nisthügel, Wildblumenwiesen oder Brachen oder durch Beweidungs-Projekte wie das Günztal-Weiderind. Alle können mithelfen, den Biotopverbund zu vergrößern und tatsächlich jeder gute Beitrag zählt – von der Feuchtmulde im Garten über den naturfreundlichen Gemeindeplatz bis hin zur insektenschonenden Landwirtschaft.
Gründung der Stiftung
Persönliches Engagement für die Heimat
Als unser Stiftungsgründer Michael Nett in den 1980er Jahren beobachtete, dass die Natur im Günztal immer weiter zurückgedrängt wurde, nahm er das zum Anstoß, sich für die Natur seiner Heimat einzusetzen. So entstand bei Michael Nett die Vision einen Biotopverbund – zunächst zwischen Ottobeuren und Westerheim – zu schaffen.
Nach und nach fanden sich wichtige Unterstützer. Einer von ihnen war Walter Schneider, der damalige Vorsitzende der Bund Naturschutz Kreisgruppe, der in der Aufbauphase des Biotopverbundes ein wichtiger Wegbegleiter war. Aber auch der unermüdliche Einsatz und die Fachkenntnis von Peter Guggenberger-Waibel, als hauptamtlicher Projektmanager, und das Engagement der vielen ehrenamtlichen Mitarbeitenden trugen maßgeblich zum Erfolg des Biotopverbundes Günztal bei. Doch zur langfristigen Sicherung und zum Ausbau des Biotopverbundes reichten das persönliche Engagement einiger weniger und selbst die finanzielle Unterstützung der staatlichen Naturschutzverwaltung allein nicht aus. Über die Gründung des Fördervereins der Stiftung Kulturlandschaft Günztal e.V. im Jahr 1999, gelang es schließlich genügend Kapital einzuwerben, um im Jahr 2000 die Stiftung Kulturlandschaft Günztal zu gründen.
Seither haben sich etliche Unterstützerinnen und Unterstützer aus der Wirtschaft sowie Private angeschlossen und es wurden viele Meilensteine gesetzt.
Heute
Erfolge
Heute arbeitet das gesamte Team unter Leitung von Peter Guggenberger-Waibel am Ausbau und der Optimierung dieses regionalen Lebensraum-Netzwerks und die Kulturlandschaft Günztal GmbH berät unter anderem das Bayerische Artenschutzzentrum am Landesamt für Umwelt mit dem Wissen aus 25 Jahren Arbeit am Biotopverbund Günztal. Außerdem stellt die 2023 gegründete Kulturlandschaft Günztal GmbH, Ausgleichsflächen und Ökopunkte bereit, welche Ausgleichsverpflichtungen aus Bauvorhaben für die Natur wirksam umsetzen. 2024 sind wir außerdem eine Partnerschaft mit dem Bayerischen Umweltministerium zur Ausweitung des Biotopverbundes in Bayern eingegangen. Für die Arbeit am Biotopverbund wurden wir u.a. mit dem „Bayerischen Biodiversitätspreis 2018“ und dem „Umweltpreis der Bayerischen Landesstiftung 2020“ ausgezeichnet.
Die Stiftung Kulturlandschaft Günztal, das ist mittlerweile eine große Gemeinschaft Handelnder, die Verantwortung übernimmt. Diese großartige Entwicklung stimmt uns sehr zuversichtlich und wir glauben, dass unsere Initiative und die Erfolge in Zukunft weiter wachsen werden.
Morgen
Utopie
Mit Blick auf die kommenden Jahre sind wir überzeugt, dass die Herausforderungen des Klimawandels und der anhaltende Rückgang der Biodiversität ein Umdenken im Naturschutz erfordern. Naturschutz darf nicht länger nur konservierend sein – er muss vielmehr proaktiv und gestaltend wirken. Es reicht nicht mehr, nur einzelne Arten schützen zu wollen. Vielmehr müssen wir die Biodiversität in ihrer ganzen Breite fördern: von der genetischen Vielfalt über die Artenvielfalt bis hin zu den Ökosystemen.
Die bislang zumeist getrennt gedachten Naturschutzkonzepte von Wildnis auf der einen und Kulturlandschaft auf der anderen Seite, müssen wir künftig als dynamisches Ganzes verstehen. Denn gerade in deren Übergängen steckt das größte Potential.
Unsere Utopie: Weite, zusammenhängende und naturnahe Talräume, auf denen große Weidetiere grasen und die Natur sich wieder entfalten kann.
Unser Ziel: Diese Utopie wenigstens in Teilen Realität werden zu lassen. Ein Günztal, das Lebensraum für die ganze biologische Vielfalt bietet und gleichzeitig den Menschen eine nachhaltige und gesunde Grundlage für ihre Zukunft sichert.