Den Fröschen auf die Sprünge helfen

Tümpelkampagne

Zwischen 1960 und 2000 sind 85% der Kleingewässer in Deutschland verschwunden. Und mit ihnen wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Viele Libellenarten und Amphibien wie der Laubfrosch sind inzwischen stark gefährdet. Daher starteten wir im Jahr 2005 unter dem Titel „Tümpelkampagne“ eine groß angelegte Rettungsaktion. Mit verschiedenen Projektpartnern und Helfenden wie beispielsweise dem LPV-Unterallgäu oder dem Bund Naturschutz legten wir im Günztal etliche neue Kleingewässer wie Tümpel und Weiher an.

Kleine Wasserflächen sind das Biotop schlechthin. Hier tut sich immer etwas. Mit ein bisschen Geduld kann man verschiedenste Bewohner beobachten und auch ungewöhnliche Lebensformen entdecken. So abwechslungsreich und vielfältig wie Tümpel und Weiher sind, könnte man sie als die Regenwälder unserer Klimazone bezeichnen. Über 1000 Tierarten und mehr als 200 Pflanzenarten finden in diesen Hotspots der Biodiversität direkt vor unserer Haustür ihren Lebensraum.

Auch mit kleinen Tümpeln lässt sich sehr schnell etwas für die Natur bewirken. Einmal angelegt, siedeln sich viele Tiere und Pflanzen von selbst an. 

Das Projektlogo der Tümpelkampagne.

Projektzeitraum

Fördergeber: Dieses Vorhaben wurde gefördert von der Europäischen Union (EAGFL)
und dem Freistaat Bayern im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative LEADER+.
Gebietsbetreuung Günztal: Gefördert vom Bayerischen Naturschutzfonds
mit Mitteln aus der Glücksspirale und der EU.

Partner: LPV-Unterallgäu, Bund Naturschutz

Fakten

Ziele & Aufgaben

Amphibienschutz & Kleingewässer

Hauptziel im Rahmen der Tümpelkampagne war es in der Auenlandschaft der Günz wieder Kleingewässer anzulegen. Mindestens ein paar Hundert im gesamten Günztal. Gewinner sind dabei nicht nur die Amphibien und viele andere Tier- und Pflanzenarten. Die Kleingewässer tragen auch nachhaltig zu einem naturnahen Hochwasserschutz bei, indem sie Platz für den Wasserrückhalt in der Landschaft bieten.

Ergebnisse

Aktueller Stand

Seit dem Beginn der Tümpelkampagne 2005 konnten wir bereits zahlreiche Erfolge und Fortschritte bei der Ausweitung der Feuchtbiotope im Günztal erzielen. 88 neue Weiher, Tümpel und Flachmulden sind im Rahmen der Tümpelkampagne in Zusammenarbeit mit dem LPV-Unterallgäu entstanden und bieten so Schutz für viele Tier- und Pflanzenarten. Zahlreiche Amphibien haben so einen neuen Lebensraum gefunden und können sich wieder ausbreiten.

Bayerischer Biodiversitätspreis 2018

Das Projekt Tümpelkampagne wurde mit dem Bayerischen Biodiversitätspreis 2018 durch Staatminister Dr. Marcel Huber ausgezeichnet.
Auszug aus der Laudatio:
„Das Projekt der Stiftung Kulturlandschaft Günztal hat einen hohen naturschutzfachlichen Anspruch und ist für gefährdete Arten wie die Gelbbauchunke von großer Bedeutung. Seit Beginn der Kampagne wurden auf 30 Maßnahmenflächen insgesamt 88 Tümpel und Weiher in der Günzaue neugestaltet. Die umfangreiche Informations- und Bildungsarbeit mit Wanderausstellung, Bestimmungshilfen, Exkursionen, Projekttagen und Amphibienkoffer ist vorbildlich. Hervorzuheben ist auch die Einbindung zahlreicher Akteure in einem großen Projekt-Netzwerk. Dies alles sind gute Gründe, das Projekt mit dem Biodiversität-Hauptpreis auszuzeichnen.“

Studien & Zukunft

Die Grasfrosch-Population an der Westlichen Günz hat sich laut Untersuchungen von 2007 auf 2012 um insgesamt ein Drittel erhöht. Das spricht für einen deutlichen Erfolg der Tümpelkampagne.

Die neu geschaffenen Tümpel bilden darüber hinaus neue Trittsteine für den Biotopverbund Günztal, dessen Ausbau unser übergeordnetes Ziel in allen Projekten ist.

Materialien

Downloads

Froschkonzert

Hier können Sie sich die Stimmen der unterschiedlichen Frösche anhören. Vielleicht können Sie damit bei Ihrem nächsten Spaziergang die ein oder andere Art identifizieren.

Laubfrosch

Gelbbauchunke

Erdkröte

Kreuzkröte

Grasfrosch

Wasserfrosch

Infos

Tipps & Links

Helfen auch Sie den Fröschen auf die Sprünge
  • Achten Sie beim nächsten Besuch im Günztal auf Kleingewässer und Amphibien und erzählen Sie Ihren Bekannten von Ihren Naturbeobachtungen.
  • Wollen Sie Ihr eigenes Biotop auf einem Grundstück im Günztal anlegen? Wir geben Ihnen Tipps und beraten Sie gegebenenfalls auch vor Ort.
  • Stellen Sie uns Grundstücke oder Teile davon zur Verfügung, damit wir ein weiteres Kleingewässer im Günztal anlegen können.

Kontakt

Ihre Ansprechpartnerin

Wenn Sie einen Tümpel anlegen möchten oder ein Grundstück besitzen, auf dem wir ein Kleingewässer schaffen können, dann freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme. Ihre Ansprechpartnerin ist unsere Gebietsbetreuerin Lydia Reimann.

Lydia Reimann
Tel.: 08332 7963410
E-Mail: lydia.reimann@guenztal.de