Wie wir schützen
Zielkonzept Biotopverbund Günztal
Kurz gesagt: mit dem Biotopverbund Günztal. Das naturschutzfachliche Ziel-Konzept „Biotopverbund Günztal“ bildet die Grundlage und das Dach für all unser Tun. Jedes Vorhaben, jedes Projekt, jede Spende zahlt darauf ein.
Wir schützen durch
Flächensicherung
Zunächst eine sehr beruhigende Nachricht: alle Flächen, die in den Besitz der Stiftung übergehen, sind auf ewig für die Natur gesichert. Das liegt an unserer Organisationsform, der Stiftung. Flächen, die in unseren Besitz gelangen, sind also für immer geschützt. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten wie Flächen unter das Dach unserer Stiftung gelangen können. Das kann zum Beispiel durch eine Schenkung oder ein Erbe geschehen oder indem wir Spenden zum Kauf einer bestimmten Fläche sammeln oder auch in Form eines Flächenankaufs mittels Fördergeldern innerhalb eines bestimmten Projektes. Darüber hinaus sichern wir Flächen aber auch durch Pacht und eine damit verbundene kompetente, naturschutzfachliche Pflege oder durch den Verkauf von Ökopunkten über unsere Tochter die Kulturlandschaft Günztal GmbH.
Wir sind wirksam durch
Das Konzept Biotopverbund
Das Konzept des Biotopverbundes lässt sich auf verschiedenen Ebenen betrachten und je nachdem, welche Artengruppen oder welche Art von Lebensräumen dabei im Fokus stehen, kann es sich in der Praxis anders gestalten.
Grundsätzlich jedoch geht es im Biotopverbund Günztal darum, ein Netzwerk naturnaher Gebiete und Flächen von Günzach bis Günzburg zu spannen. Große Kerngebiete sollen über Trittsteine und Korridore miteinander verbunden werden. So werden wir erreichen, dass Nahrungsquellen und Verstecke immer in Reichweite sind und sich stabile Populationen aufbauen können, die Umweltveränderungen trotzen können.
Kerngebiete
Darunter verstehen wir große zusammenhängende Gebiete, die oft naturnahe Biotoptypen umfassen, wie die Moore im Hundsmoor und im Kettershauser Ried oder die Streuwiesen zwischen Ronsberg und Obergünzburg. In diesen besonders geschützten und extensiv bewirtschafteten Lebensräumen sind Arten zu finden, die so spezielle Lebensraumansprüche haben, dass sie nur noch dort vorkommen. Diese Arten heißen zum Beispiel Sumpfschrecke oder Gelbbauchunke. Dort fühlen sich selbstverständlich noch viele weitere Arten wohl, die weniger spezielle Bedürfnisse haben.
Korridore
Entlang der Korridore wird gewandert. Unsere Arten sind unterschiedlich mobil: Manche können weite Strecken fliegen oder laufen, andere wiederum können das nicht. Daher sind diese meist linienförmigen Strukturen ein weiterer wichtiger Baustein zur Vernetzung der Lebensräume. Solche Korridore können zum Beispiel Ufersäume, Acker-Randstreifen, Waldränder, Blühstreifen oder Triebwege sein.
Trittsteine
Hier finden verschiedene Arten auf überschaubarem Raum alles, was sie zum (Über-) Leben brauchen. Es sind kleinere Flächen, die sowohl Lebensraum als auch Zwischenstation für Wanderbewegungen in der Landschaft sind und somit die Kerngebiete miteinander vernetzen. Unsere Mikrohabitate für Insekten sind solche Trittsteine, aber auch kleinere extensive Wiesen und Weiden oder naturnahe Gärten erfüllen diese Funktion. Insbesondere anspruchslosere Arten finden hier einen Platz. Doch auch die eine oder andere seltene Art kann sich hier ansiedeln oder auf der Durchreise zum nächsten Kerngebiet Rast machen.
Wir schützen durch
Kooperation & Partnerschaft
Ein beispielhaftes Projekt für unseren kooperativen Ansatz in der täglichen Naturschutzarbeit ist das Projekt Günztal Weiderind. Ohne die gute Zusammenarbeit mit unseren engagierten Weidebetrieben, die regionales Weiderindfleisch in Direktvermarktung anbieten, wäre es uns nicht möglich Naturschutz und Landwirtschaft gemeinsam zu denken und vor allem umzusetzen. Ein Projekt mit enormem Potential für den Erhalt der Biodiversität. So werden wir den Naturschutz durch Rewilding mit „Wilden Weiden“ in Zukunft ausbauen und vor allem auch viel Aufklärung dazu betreiben. Denn große Weidegänger sind der Schlüssel zu mehr Biodiversität in unseren Kulturlandschaften. Die fehlenden Biotope und Strukturen, die wir sonst so mühsam errichten müssen, schaffen die gutmütigen Vierbeiner einfach durch ihre Anwesenheit.
Aber auch andere Kooperationen wie die Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben zur biodiversitätsfördernden Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen oder die Zusammenarbeit mit Gemeinden und Firmen zur Extensivierung sogenannter “Eh-da Flächen” (z.B. Straßenbegleitflächen, Betriebsgelände oder Parkanlagen) sind Teil unserer täglichen Naturschutzpraxis.
2024 sind wir außerdem eine Partnerschaft mit dem Bayerischen Umweltministerium zur Ausweitung des Biotopverbundes in Bayern eingegangen. Denn bis 2030 soll die landesweite Biotopverbundfläche 15 % der Offenlandfläche Bayerns betragen, so das Ziel der Bayerischen Staatsregierung. Wer sich ein bisschen näher damit beschäftigt, merkt schnell, das ist ein hohes Ziel. Zum Jahresende 2023 waren bayernweit 11,93 % erreicht und im Günztal waren 4,02 % der Offenlandflächen in den Biotopverbund integriert. Als lokale Naturschutz Organisation möchten wir unseren Teil dazu beitragen und bringen nun unsere Flächen mit ein.
Wir schützen durch
Einzelartenförderung
Einige, für das Günztal typische und endemische (also ausschließlich in einem bestimmten Gebiet vorkommende) Arten, sind rar geworden und nur noch an vereinzelten Stellen zu finden. Solche Arten sind zum Beispiel das Bayerische Löffelkraut, das Zierliche Wollgras oder die Gelbbauchunke. Dem Schutz des Bayerischen Löffelkrauts haben wir 2018 ein eigenes Projekt gewidmet, welches wir 2025 zur weiteren Betreuung in die Hände der Biodiversitätsberatungen an den Landratsämtern gegeben haben.