Warum wir schützen

Gutes Leben im Günztal

Kurz gesagt: weil es sein muss. Wenn wir uns und kommenden Generationen ein gutes Leben wünschen, müssen wir die biologische Vielfalt erhalten, denn von ihr hängen Prozesse ab, die dieses gute Leben erst ermöglichen: Es sind die tausenden Pflanzenarten, die unsere Luft reinigen, unser Wasser filtern und CO2 speichern. Unzählige Insektenarten, die unsere Nahrung erntereif machen. Millionen von Kleinstlebewesen, die unsere Böden fruchtbar halten und Abermillionen von Bakterien, die abgestorbenes Material verwerten und in die biologischen Kreisläufe zurückführen.

Eine schier endlose Vielfalt an Arten überzieht diesen Planeten wie ein feines Netzwerk, innerhalb dessen alle Lebewesen der Erde gut leben können. Doch Stück für Stück zerschneiden wir dieses Netzwerk, das auch uns trägt. Mit unserer aktuellen Lebensweise stehen wir einem Massensterben gegenüber, wie es zuletzt ein Meteoriteneinschlag vor 66 Millionen Jahren verursachte, der unter anderem für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich war.

Neben der puren Schönheit und Faszination für die Formen des Lebens, gibt es also genug triftige Gründe die Natur zu schützen und „gutes Leben im Günztal“ zu ermöglichen.

Luftbild Hundsmoor
Das Hundsmoor aus der Vogelperspektive (Foto: Luftbildverlag Betram)

Wir schützen auf Grund von

Artenarmut

Das Günztal gehört zu den artenärmsten Regionen Bayerns. Das weit verbreitete Idyll des Allgäus mit seinen satt-grünen Wiesen, auf denen vereinzelt hübsche Kühe mit beruhigend klingenden Glocken grasen, ist alles andere als ein Paradebeispiel einer gesunden Kulturlandschaft. Die Monotonie der Landschaft, welche hier über weite Strecken herrscht, ist ein Spiegel für den massiven Verlust an Lebensräumen, Strukturreichtum und letzten Endes an Arten.

Wir schützen zum

Erhalt der Biodiversität

Biodiversität ist ein anderes Wort für Biologische Vielfalt. Wenn wir die Biodiversität erhalten möchten, geht es bei der Aufgabe um nicht weniger als den Erhalt der gesamten Vielfalt des Lebens – also auch unseres Lebens – welche sich in drei Bereiche aufteilen lässt.

Die Vielfalt der Ökosysteme
Diese bestehen aus dem Zusammenspiel von Lebensgemeinschaften und Lebensräumen. Wir Menschen sind dringend angewiesen auf die Funktion von Ökosystemen, wie z. B. die Bestäubung von Pflanzen, die uns als Nahrung dienen, durch Insekten, welche wiederum Vögeln oder Amphibien als Nahrung dienen, welche wiederum von größeren Vögeln gefressen werden, usw…

Die Artenvielfalt
Diese ist nur ein Teilbereich der Biodiversität und meint die Vielfalt der Tiere, Pflanzen und Pilze. Diese ist wichtig, damit die oben genannten Ökosysteme funktionieren können.

Die genetische Vielfalt
Hierbei geht es um die Vielfalt der Gene innerhalb der Arten und den genetischen Austausch. Also die Vermischung des Erbguts, welche unzählige Varianten entstehen lässt und den Arten die Anpassungsfähigkeit gibt, die sie für eine immer ungewissere Zukunft brauchen.

Wir schützen als

Zukunftsstrategie

Biodiversitätsschutz und Klimaschutz sind untrennbar miteinander verbunden. Wenn unsere Ökosysteme kollabieren, kollabiert auch das Klima und umgekehrt. Für diesen Zusammenhang gibt es weltweit bereits genügend Beispiele – eines der bekanntesten ist wohl das massive Korallensterben, welches auf Grund der Erwärmung der Meere stattfindet.

Der Schutz der Biodiversität hat einen stabilisierenden Effekt auf das gesamte Leben auf diesem Planeten, inklusive des Klimas. Verlieren wir diese Resilienz, erreichen wir einen Kipppunkt nach dem nächsten.