Endemische Arten erhalten
Bayerisches Löffelkraut
Beim Bayerischen Löffelkraut (Cochlearia bavarica) handelt es sich um eine besondere Rarität: Die Pflanzenart ist ein sogenannter „Endemit“, was bedeutet, dass das Verbreitungsgebiet der Art auf eine nur sehr kleine Region beschränkt ist. Weltweit wächst das Bayerische Löffelkraut nur in zwei voneinander getrennten Teilarealen: Ein Wuchsgebiet mit acht Standorten befindet sich in Oberbayern, im Landkreis Ebersberg, das andere Vorkommen liegt im nördlichen Allgäu und weist 14 Wuchsorte auf.
Das Bayerische Löffelkraut ist ein ausgesprochener „Spezialist“, der ausschließlich an Quellen und Quellbächen wächst. Die Wuchsorte zeichnen sich durch relativ konstante Temperaturbedingungen aus (ca. 6 bis 8 °C) und sind auch in kalten Wintern häufig schnee- und eisfrei. Meist sind die Standorte auch durch flächige Vorkommen des Starknervmooses (Cratoneuron commutatum) und Tuffsteinbildungen geprägt.
Nachdem das Bayerische Löffelkraut erst 1984 erstmalig als eigene Art beschrieben worden ist, mussten Naturschützer schnell erkennen, dass der Endemit mit großen Problemen zu kämpfen hat: 80 Prozent der bekannten Wuchsorte sind bedroht. Das hängt vor allem damit zusammen, dass in den letzten Jahrzehnten die Zahl der naturnahen Quellen stetig zurückgegangen ist. Trockenlegung, Intensivierung von Feuchtgrünland, Beschattung durch Fichten, Nährstoffanreicherung und vieles mehr haben dazu beigetragen.
Mit unserem Projekt wirken wir dieser Tendenz entgegen, erhalten die vorhandenen Bestände und etablieren auch neue Wuchsorte.
Projektzeitraum: 2017 – 2024
Förderung: Gefördert durch die Regierung von Schwaben
Partner: Eine Kooperation mit den Biodiversitätsberatungen der Landkreise Unterallgäu und Ostallgäu.
Fortführung: Nach Abschluss des Projektes wurde die Betreuung des Bayerischen Löffelkrautes in die Verantwortung der Biodiversitätsberatungen der Landkreise Unterallgäu, Ostallgäu und Oberallgäu übergeben.
Fakten
Ziele & Aufgaben
Schutz durch Pflege
Bei den Schutz- und Erhaltungsbemühungen stehen in erster Linie pflegerische Aktivitäten im Vordergrund. Meist geht es um die Entnahme von Gehölzen, um die Lichtverhältnisse zu verbessern, oder um das Zurückdrängen von Konkurrenzpflanzen durch Mahd. Auch die Sicherung einer kontinuierlichen Wasserversorgung durch die Sanierung der Quellbäche oder das Entfernen von Hindernissen im Wasserlauf sind von großer Bedeutung
Ergebnisse
Aktueller Stand
Durch die Projekt-Maßnahmen ist es bereits an mehreren Standorten gelungen wieder eine positive Bestandsentwicklung einzuleiten. Trotzdem kann für das Löffelkraut noch lange keine Entwarnung gegeben werden. An manchen Wuchsorten wird der Erhalt zukünftig nur durch Stützungsmaßnahmen (zum Beispiel das Ausbringen von Samenmaterial) möglich sein.
Wissenschaft
Studien & Zukunft
Eine wichtige Rolle bei den Schutzbemühungen spielt das Löffelkraut-Betreuernetzwerk. Für jeden Wuchsort soll es mindestens eine Betreuungsperson geben, die mehrmals pro Jahr den Zustand des Vorkommens kontrolliert. Diese Kontrolle ist wichtig, um zum einen Daten über die jeweilige Entwicklung am Wuchsort zu sammeln und zum anderen, um rechtzeitig auf negative Entwicklungen reagieren zu können. Für die meisten Wuchsorte gibt es bereits eine Betreuung. Für einige weitere Gebiete werden noch ehrenamtliche Helfer gesucht.
Nach Abschluss des Projektes wurde die Betreuung der Wuchsorte des Bayerischen Löffelkrautes in die Verantwortung der Biodiversitätsberatungen der Landkreise Unterallgäu, Ostallgäu und Oberallgäu übergeben.
Kontakte
Biodiversitätsberatungen
Unterallgäu:
Finkenzeller Fabienne
Tel.: +49 8261 995671
E-Mail: fabienne.finkenzeller@lra.unterallgaeu.de
Ostallgäu:
Dr. Patricia Krickl
Tel.: +49 821 3273051
E-Mail: patricia.krickl@reg-schw.bayern.de
Oberallgäu:
Marzinzig Birgit
Tel.: +49 8321 6121250
E-Mail: birgit.marzinzig@lra-oa.bayern.de
Materialien
Downloads
Infos