Gebietsbetreuer Bayern

Gebietsbetreuung Günztal

Die Gebietsbetreuung in Bayern wurde 2002 eingerichtet, um wertvolle Natur- und Kulturlandschaften fachlich zu betreuen und ihre Entwicklung aktiv zu begleiten.

Im Mittelpunkt stehen die Umsetzung naturschutzfachlicher Maßnahmen, das Monitoring geschützter Arten und Lebensräume sowie die enge Zusammenarbeit mit Behörden, Eigentümern, Ehrenamtlichen und regionalen Initiativen.

Ergänzend dazu informieren Gebietsbetreuerinnen und Gebietsbetreuer die Öffentlichkeit, entwickeln Strategien zur Besucherlenkung und vermitteln ökologische Zusammenhänge in Umweltbildungsangeboten. Durch diese Kombination aus praktischer Naturschutzarbeit, fachlicher Beratung und gezielter Kommunikation tragen sie dazu bei, Schutz- und Pflegemaßnahmen wirksam umzusetzen und die Akzeptanz für den Erhalt der Natur langfristig zu stärken.

Gebietsbetreuung Bayern Logo

Projektzeitraum: seit 2002

Fördergeber: Bayerischer Naturschutzfonds, Anton & Petra Ehrmann Stiftung

Partner: Gebietsbetreuung Bayern, Landschaftspflegeverbände

Fakten

Ziele & Aufgaben

Biotopverbund & Umweltbildung

Die Gebietsbetreuung Günztal verfolgt das Ziel, die Natur im Günztal langfristig zu stärken. Im Mittelpunkt stehen dabei die Pflege und Entwicklung wertvoller Lebensräume, der Ausbau des Biotopverbunds sowie die enge Zusammenarbeit mit Gemeinden und Flächeneigentümer*innen bei der Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen.

Ein weiterer zentraler Baustein ist die Umweltbildung: Sie soll Menschen für die Natur begeistern, zur aktiven Mitwirkung motivieren und gezielt auch jüngere Zielgruppen ansprechen. So wird der Kreis engagierter Personen kontinuierlich vergrößert und nachhaltig verankert.

Ergebnisse

Aktueller Stand

Ein zentraler Meilenstein des Jahres 2025 ist der entscheidende Fortschritt beim Beweidungsprojekt im Haselbachtal. Nach langjähriger Vorbereitung und intensiver Suche nach einem geeigneten Bewirtschafter konnten die letzten Voraussetzungen geschaffen werden, sodass der Start der Beweidung mit Wasserbüffeln für 2026 in greifbare Nähe rückt. Damit wird ein wichtiger Grundstein für die nachhaltige Pflege dieses ökologisch besonders wertvollen Talabschnitts gelegt. Das Haselbachtal zeichnet sich durch eine hohe Dichte an wertgebenden Arten aus, die auf offene, feuchte Lebensräume angewiesen sind. Ohne geeignete Nutzung drohen diese Flächen zu verbuschen oder können nur mit hohem personellen Aufwand erhalten werden. Die extensive Beweidung bietet hier eine langfristig tragfähige und naturschutzfachlich besonders wirksame Lösung.

Ein weiterer wichtiger Fortschritt konnte im Rahmen der Flächenstrategie Lauben–Frickenhausen erzielt werden: Erste Flächen für den Biotopverbund wurden erfolgreich gesichert. Gerade in diesem Abschnitt des Günztals, der bislang durch eine vergleichsweise geringe Ausstattung mit naturnahen Lebensräumen und einen noch lückenhaften Biotopverbund geprägt ist, stellt dies einen bedeutenden Entwicklungsschritt dar.

Mit dem Start der Tümpelkampagne 2.0 konnte zudem ein langfristig angelegtes Revitalisierungsprogramm initiiert werden. Aufbauend auf den vor über 20 Jahren angelegten rund 100 Tümpeln entlang der Günz werden diese nun schrittweise entlandet und von Verlandung sowie Gehölzaufwuchs befreit. Ziel ist es, wertvolle Kleingewässer als Lebensräume für Amphibien und aquatische Insekten wiederherzustellen und dauerhaft zu sichern – ein wesentlicher Beitrag zur ökologischen Stabilisierung der Auenlandschaft.

Studien & Zukunft

Für die kommenden Jahre liegt ein zentraler Schwerpunkt weiterhin auf dem Ausbau und der funktionalen Verbesserung des Biotopverbunds. Dabei rückt zunehmend die gezielte Förderung wertgebender Arten in den Fokus. Projekte wie das Beweidungsvorhaben im Haselbachtal leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag, indem sie insbesondere Feuchtlebensräume langfristig sichern und entwickeln.

Auch die Tümpelkampagne 2.0 gewinnt vor dem Hintergrund zunehmender Extremwetterereignisse und längerer Trockenphasen weiter an Bedeutung. Die Wiederherstellung und Pflege von Kleingewässern ist entscheidend, um stabile Lebensräume für Amphibien sowie aquatische Insektenarten zu gewährleisten und deren Populationen zu stärken.

Darüber hinaus gilt es, das bestehende Naturschutznetz gezielt weiterzuentwickeln. Ziel ist es, weitere Akteure zu gewinnen, bestehende Kooperationen zu festigen und Projekte langfristig in der Region zu verankern.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem weiteren Ausbau und der Stabilisierung des ehrenamtlichen Engagements. Die Gebietsbetreuung ist in hohem Maße auf die Unterstützung engagierter Bürgerinnen und Bürger angewiesen – sei es bei praktischen Pflegeeinsätzen, in der Fotodokumentation oder bei der Erhebung von Monitoringdaten. Dieses Engagement stellt eine tragende Säule für die kontinuierliche Umsetzung der Naturschutzmaßnahmen im Günztal dar und soll gezielt gestärkt werden.

Materialien

Downloads

Infos

Tipps & Links

Kontakt

Ihre Ansprechpartnerin

Lydia Reimann
Tel.: 08332 7963410
E-Mail: lydia.reimann@guenztal.de