Naturschutzstrategie in der Kulturlandschaft
Biotopverbund Günztal
Der Biotopverbund Günztal erstreckt sich entlang des Einzugsgebietes der Günz – von Günzach im Süden bis Günzburg im Norden. In diesem Landschaftsraum liegen unsere Kerngebiete – Gebiete, die auf Grund ihrer bestehenden Lebensräume und deren Tier- und Pflanzenwelt, besonders geeignet für naturerhaltende oder -fördernde Maßnahmen sind. Diese derzeit 19 Biotopverbund-Kerngebiete im Günzgebiet, haben wir im Laufe der Jahre als vorrangige Zielkulissen unserer Arbeit definiert. Dort wollen wir unter anderem den wichtigen – und leider selten gewordenen – Lebensraum Auengrünland in Form von Wiesen und Weiden fördern und Moore renaturieren. Zwischen den einzelnen Kerngebieten, die untereinander jeweils mehrere Kilometer entfernt liegen, gilt es weitere kleinere Biotopflächen – sogenannte Trittsteine – neu zu entwickeln. Denn nur so können Wanderbewegungen zwischen den Kerngebieten und damit der so wichtige genetische Austausch zwischen Populationen stattfinden.
Heute arbeitet das gesamte Team und auch alle unsere Themenprojekte am Ausbau und der Optimierung dieses regionalen Lebensraum-Netzwerks. Ebenso dienen auch alle Ausgleichsflächen und Ökopunkte, die wir mit der Kulturlandschaft Günztal GmbH entwickeln und für Ausgleichsverpflichtungen aus Bauvorhaben bereitstellen, diesem Ziel. Seit 2024 sind wir außerdem erster privater Partner des Bayerischen Umweltministerium zur Ausweitung des Biotopverbundes in Bayern.
Projektzeitraum: Die Biotopverbund Günztal ist unser übergeordnetes Entwicklungsprojekt, an dem wir seit 1994 arbeiten. Diese Aufgabe wird uns auch noch viele weitere Jahre in Anspruch nehmen wird.
Fakten
Ziele & Aufgaben
Zielkonzept Biotopverbund Günztal
Das Zielkonzept Biotopverbund Günztal ist eine von der Stiftung Kulturlandschaft Günztal erstellte Naturschutz-Fachplanung die als „Masterplan“ unseres Handelns für den Erhalt der Biodiversität im Günztal dient. Das Konzept wurde auf der Grundlage des Arten- und Biotopschutzprogramm Bayern (ABSP) sowie zahlreicher weiterer Naturschutzplanungen und eigener Geländearbeiten und fundierter Analysen der Stiftung Kulturlandschaft Günztal entwickelt.
Im Günztal verfolgen wir das Ziel, einen funktional und räumlich wirksamen Verbund von Lebensräumen auf Landschaftsebene zu schaffen. Dabei stehen die typischen Lebensräume und Lebensgemeinschaften der Auen- und Tallandschaften der Günz im Zentrum. Als landschaftliches Leitbild orientieren wir uns an der historisch überlieferten Kulturlandschaft mit offenen bis halboffenen Bach- und Flusstäler, die durch Feuchtwiesen und Moore geprägt sind.
Das Bachsystem Günz – Rückgrat des Biotopverbunds
Das Gewässernetz im Günzgebiet bildet das räumliche und funktionale Rückgrat des Biotopverbunds. Die Gewässerläufe der Günz, der Östlichen Günz und Westlichen Günz bilden eine überregional bedeutsame Verbundachse, die den Voralpenraum mit dem Donautal verbindet. Die Talräume der größeren Seitenbäche Schwelk, Krebsbach, Haselbach und Gutnach übernehmen die Funktion von regional bedeutsamen Verbundachsen. Ergänzt wird dieses Netzwerk durch zahlreiche kleinere Bäche im Gebiet, wie Boschachbach, Moosmühlbach, Reuthegraben und die Vielzahl von Nebenläufen, die als lokale Verbundstrukturen wirken.
Alle Fließgewässer sind sowohl eigenständiger Lebensräume und gleichzeitig wichtige Verbundachsen, entlang derer sich Tier- und Pflanzenarte ausbreiten können.
Kerngebiete und Trittsteine
Als Kerngebiete bezeichnen wir großflächige, möglichst unzerschnittene Lebensräume, die den wildlebenden Tier- und Pflanzenarten als stabiler Dauerlebensraum dienen.
Für Kerngebiete im Sinne eines überregionalen Biotopverbunds empfehlen verschiedene Fachquellen eine Mindestgröße von 100 ha, um ausreichend Lebensraum für Tierarten mit größerem Lebensraumansprüchen zu sichern.
Für das Biotopverbund-Konzept Günztal wurden auf dieser Grundlage insgesamt 19 regionale Kerngebiete abgegrenzt. Ziel ist es, für diese Kerngebiete eine möglichst flächendeckende extensive, naturschutzorientierte Bewirtschaftung zu erreichen und vielfältige Auen- und Grünland-Lebensräume im Sinne der Leitarten zu fördern.
Trittsteine, Verbundflächen oder Verbindungsflächen sind kleinere, Biotopflächen. Sie dienen als Zwischenstationen für Wander- und Austauschvorgänge zwischen Kerngebieten. Idealerweise enthalten sie alle wesentlichen Lebensraumelemente der Leitarten (Grünland, Brache, Kleingewässer). Als Flächengröße sollten 1000 m² nicht unterschritten werden, damit sie ihre Funktion erfüllen können. Trittsteine können aber auch mal mehrere ha groß sein. Für Arten mit geringerer Mobilität sollten die räumlichen Abstände zwischen den Trittsteinen 300 Meter nicht überschreiten.
Flächenbedarf Biotopverbund
Die folgende Tabelle zeigt den Flächenbedarf des Biotopverbund Günztal
Ergebnisse
Aktueller Stand
Nach Auswertungen des Bayerische Landesamtes für Umwelt (nach den Kriterien des bayerischen Biotopverbunds) gibt es im Günzgebiet (Stand 2023) 1.695 ha Biotopverbund-Flächen. Das bedeutet, dass der Biotopverbund nach den Zielkonzept Günztal noch um rund 900 ha weiter ausgedehnt werden soll.
Materialien
Downloads
- Konzeptkarte Biotopverbund Günztal
- Textliche Beschreibung Biotopverbundkonzept
Infos
Tipps & Links
Biotopverbund in Bayern
Bayerisches Artenschutzzentrum
Auf der Seite des LfU Bayern finden Sie weiterführende Informationen zum Biotopverbund in Bayern.
Biotopverbund mit Konzept
UmweltSpezial
Konkrete Handlungsempfehlungen und Tipps für die Erstellung eines praxistauglichen Biotopverbund-Konzepts.
(Eine Publikation, welche die Kulturlandschaft Günztal GmbH 2025 im Auftrag des Bayerischen Artenschutzzentrums erstellt hat)
Kontakt
Ihr Ansprechpartner
Für alle übergeordneten Fragen zum Biotopverbund wenden Sie sich an
Peter Guggenberger-Waibel
Tel.: 08332 790538
E-Mail: peter.guggenberger-waibel@guenztal.de