Günztal Spiegel - FlächenAgentur der Stiftung

Die Rahmenbedingungen für die freiwillige Umsetzung von Naturschutzzielen in landwirtschaftlich so intensiv genutzten Regionen wie dem Günztal werden zunehmend schwieriger. Die staatlichen Naturschutzprogramme verlieren immer mehr an Attraktivität für Landwirte. Um trotz der schwierigen Rahmenbedingungen die Ziele des Biotopverbundes Günztal weiter entwickeln zu können, hat die Stiftung ein zusätzliches „Werkzeug“ entwickelt: die FlächenAgentur Günztal. Damit werden neben freiwilligen Naturschutzmaßnahmen auch Pflichtaufgaben - nämlich die Erbringung von Ausgleichsmaßnahmen aus Bauvorhaben - in die Günztal-Strategie eingebunden.

Westliche Günz zwischen Westerheim und Hawangen

Bei Eingriffen in Natur und Landschaft durch Bauvorhaben müssen vom Vorhabenträger sogenannte „Ausgleichs- oder Kompensationsflächen“ geschaffen werden. Erfahrungen aus der Praxis zeigen jedoch, dass bei der Umsetzung dieser Ausgleichsmaßnahmen oft erhebliche Defizite bestehen. Nicht selten werden die Kompensationsmaßnahmen nur unvollständig umgesetzt oder deren dauerhafte Unterhaltung vernachlässigt. Zudem entstehen Kompensationsflächen häufig nicht dort, wo sie für die Natur am wirkungsvollsten sind.

In den nächsten Jahren erwarten wir in der Region Günztal eine weiterhin dynamische Entwicklung von Bauprojekten. Die heute bereits vorhandenen Planungen zu Industrieansiedlungen, Baugebieten und Straßenprojekten lassen im Laufe der nächsten 10 Jahre einen Kompensationsflächenbedarf von 50 bis 80 ha erwarten. Für die Stiftung KulturLandschaft Günztal ist die künftige Einbindung der anfallenden Kompensationsflächen in den Biotopverbund Günztal von großem Interesse.

Deshalb haben wir eine „FlächenAgentur Günztal“ gegründet. Die Stiftung bietet dabei ihre Dienstleistungen für Vorhabenträger wie Industriebetriebe oder Gemeinden an, um deren Kompensationsverpflichtungen gezielt in Schwerpunktgebiete des Biotopverbund Günztal zu lenken. In der Praxis funktioniert das so: Die Stiftung beschafft geeignete Kompensations-Grundstücke, erstellt Konzepte und führt alle Vorabstimmungen mit Genehmigungsbehörden durch. Die Stiftung wird dabei Eigentümerin der Grundstücke und stellt diese dem Vorhabenträger für dessen Kompensationsverpflichtungen bereit. Außerdem übernimmt die Stiftung die dauerhafte Pflege und Unterhaltung der Fläche. Sämtliche Kosten für Ankauf, Maßnahmen und dauerhafte Pflege sind dabei vom Vorhabenträger zu finanzieren.

Durch dieses Vorgehen gewinnen alle Beteiligten: Vorhabenträger erhalten kompetente Hilfestellung bei der Umsetzung ihrer Kompensationsverpflichtungen. Die Maßnahmen werden zuverlässig und rechtssicher durchgeführt. Darüber hinaus lassen sich auch kostengünstige Lösungen bei der langfristigen Unterhaltung der Maßnahmen erreichen. Die Genehmigungsbehörden erfahren Unterstützung bei der Betreuung und Abwicklung der Kompensationsmaßnahmen. Und der Naturschutz profitiert, weil die Ziele des 'Biotopverbund Günztal' trotz erschwerter Rahmenbedingungen weiter umgesetzt werden können. Durch Flächenbündelung in einem sogenannten „Flächenpool Günztal“ können größere und damit ökologisch wirkungsvolle Naturschutzflächen entwickelt werden.

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